Midsummer Night (Carol Ann Duffy), Jörg Fauser, Steffen Popp

 

 

Sankthansnatt  (Midzomernacht) door Edvard Munch, 1901-1903

 

Midsummer Night

Not there to see midsummer’s midnight rose
open and bloom, me,
or there when the river dressed in turquoise
under the moon, you;
not there when stones softened, opened, showed
the fossils they held
or there, us, when the dark sky fell to the earth
to gather its smell.

Not there when a strange bird sang on a branch
over our heads, you
and me, or there when a starlit fruit ripened
itself on a tree.
Not there to lie on the grass of our graves, both,
alive alive oh,
or there for Shakespeare’s shooting star,
or for who we are,

but elsewhere, far. Not there for the magic hour
when time becomes love
or there for light’s pale hand to slip, slender,
from darkness’s glove.
Not there when our young ghosts called to us
from the other side
or there where the heron’s rags were a silver gown,
by grace of the light.

Not there to be right, to find our souls, we,
dropped silks on the ground,
or there to be found again by ourselves, you, me,
mirrored in water.
Not there to see constellations spell themselves on the sky
and black rhyme with white
or there to see petals fold on a rose like a kiss
on midsummer night.

 

Carol Ann Duffy (Glasgow, 23 december 1955)
De Doultonfontein voor het Paleis van het Volk in Glasgow

 

De Duitse schrijver en journalist Jörg Fauser werd geboren op 16 juli 1944 in Bad Schwalbach. Zie ook alle tags voor Jörg Fauser op dit blog.

Uit: Caliban Berlin

„Die Gegend wurde immer trostloser. Hochhauswaben, Ausfallstraßen, Autobahnzubringer, dazwischen in ergrautem Grün Mietskasernen, Reihenhäuser, Einkaufszentren, der TÜV,  die Großtankstelle, die Bowlingbahn, die Pizzabude, der ganze Plunder, den die Stadt aufs Land kippt, um es sich einzuverleiben -aber Stadt wird diese Gegend nie. Sie bleibt Zwischenzone. Niemandsland. Als das Taxi hielt, hätte ich am liebsten gesagt: Warten Sie hier, aber dann fiel mir ein, dass der Mann, den ich aufsuchte, Telefon hatte, also zahlte ich, und das Taxi fuhr weg. Der Himmel zwischen den TV-Antennen war wie eine dunkle Ahnung. Das Haus war Teil eines Blocks im Stil des sozialen Wohnungsbaus der frühen 50er Jahre – flache Dächer, Treppenhausfenster wie Schießscharten, Anstrich von der Farbe verdünnter Hühnersuppe. Es fehlten nur die Roller vor der Haus-tür, der Adenauer an der Litfaßsäule und die Capri-Fischer im Radio. Von ihrem Hochsitz im dritten Stock beobachtete mich eine Frau mit blauen Lockenwicklern im Haar. Ein seltsames Lächeln zog an ihren Mundwinkeln. Wusste sie, zu wem ich ging? Ich starrte zurück. Sie zog die Gardinen zu. Ich klingelte. Der Mann, der mich an der Wohnungstür empfing, war mittelgroß, ziemlich massig, mit einem weißblonden Haarkranz und dicken Brillengläsern. Ich schätzte ihn auf etwa sechzig. Seine Kleidung und die Einrichtung des fenster-losen Zimmers, in das er mich führte, erinnerten auch an alte Zeiten, als die Leute noch mit simplen Gebrauchsgegenständen ausgekommen waren. Der altmodische Bücherschrank enthielt Lexika und Klassik, darunter der ganze Goethe. In einer Ecke stand ein Koffer, als sei der Mann erst gestern eingezogen und erwarte keinen langen Aufenthalt. Wir setzten uns. Mir fiel auf, dass er asthmatisch keuchte. Seine Hände zitterten. Er sah mich an. »Sind Sie zum ersten Mal bei einem Astrologen?« Ich steckte mir gerade eine Zigarette an und blies den Rauch weg, um seinem Asthma das Gröbste zu ersparen. Meine Antwort fiel wohl etwas undeutlich aus, denn er sagte mit unnötig lauter Stimme: »Ich bin schwerhörig, ich trage zwar ein Hörgerät, lese aber von den Lippen ab, bitte sprechen Sie deutlich.« »Sind Sie Astrologe im Hauptberuf?«, fragte ich. Ich ertappte mich dabei, dass ich auf seine Lippen starrte. »Ja«, sagte er und breitete Papiere aus, »ich mache das, seit ich 18 bin. Vor 30 Jahren hab ich fünf Mark für ein Horoskop bekommen, heute bin ich natürlich teurer. Und nun sagen Sie mir Ihren Geburtstag, Ihre Geburtsstunde und Ihren Geburtsort.« Ich sagte sie ihm. Dann begann er, mein Horoskop zu erstellen. Bei den Berechnungen benutzte er keinen Taschenrechner. Alte Schule. Seine Hände zitterten zwar, aber er konnte mit dem Zittern umgehen. Ich drückte die Ziga-rette aus und rauchte dann nicht mehr. Während er berechnete und die Zeichen eintrug, stellte er mir Fragen. Ich hatte nicht vorgehabt, ihm meinen Beruf zu sagen, aber er bekam ihn auch so heraus. Dass ich nicht verheiratet war, machte ihm zunächst zu schaffen, bis er schließlich sagte: »Sie sollten überhaupt nicht heiraten, auf keinen Fall vor Oktober 1981, und nur eine Frau, die geistig zu Ihnen passt. Bei Ihrem Leben kommt nichts andres in Frage.«

 

Jörg Fauser (16 juli 1944 – 17 juli 1987)

 

De Duitse dichter en schrijver Steffen Popp werd geboren op 18 juli 1978 in Greifswald. Zie ook alle tags voor Steffen Popp op dit blog.

 

Maanstudies

Dit omhoog! Dan een lange zijwaartse beweging
vriendschap, formaties

een opstijgen van de ogen, hun wegzinken in de droom
beeldverwerking in de tuin, achter het tuinhek

waargenomen entropie tussen prieeltjes, de kolonie
Naar de zon, wierp damp op, groentedamp

dronken lucht uit kassen, werd nevelig, dreef
door onze aardse hersenen direct naar de maan

die we niet bereikten, gemankeerde kosmonauten
met operakijkers, zelf gebreide mutsen

op een houten bank onder de wolkenbank.

 

Vertaald door Frans Roumen

 

Steffen Popp (Greifswald, 18 juli 1978)

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 16e juli ook mijn blog van 16 juli 2025 en ook mijn blog van 16 juli 2023 en ook mijn blog van 16 juli 2021 en ook mijn blog van 16 juli 2020 en eveneens mijn blog van 16 juli 2019 en ook mijn blog van 16 juli 2017 deel 2.