De Duitse dichter en schrijver Ralf Thenior werd geboren op 4 juni 1945 in Bad Kudowa. Zie ook alle tags voor Ralf Thenior op dit blog.
Uit: Ja, mach nur einen Plan
„Ein Lötkolben wurde in Gang gesetzt. Die Stichflamme fuhr langsam das Rohr hoch.
– Fackel die Wand nich’ ab, Willi!
Willi machte eisern weiter.
Es war hundekalt. Überall froren die Leitungen zu, und sie kamen gar nicht nach. Es war sogar zu kalt, um Bier zu trinken. Und während Willi diese betrüblichen Gedanken noch in seinem Hirn wälzte, wobei seine Hand fachmännisch den Brenner führte, hörte er, wie aus seinem Munde die Worte kamen:
– Alex soll mal drei Flaschen Bier holen gehen!
– Bei der Kälte? fragte Schierkalla mahnend erstaunt.
Doch der Altgeselle antwortete nicht mehr.
Kalle Schierkalla war Geselle bei der alteingesessenen Klempnerei Gutbrodt & Söhne. Kalle hatte sich gestern ein prächtiges Veilchen gefangen. Irgend so’n Idiot kommt im »Sportlertreff« auf ihn zu und macht ihn an, von wegen dein Chef stottert ja und so. Eh, du Idiot, der stottert nich’, der hat nur’n Sprachfehler, du Ochse!
Und knackwumm.
Er hatte ziemlich schlechte Laune heute morgen Und das war ihm anzuhören, als er sich über das Treppengeländer beugte und aus dem dritten Stock nach Alex grölte, dem Lehrling, der natürlich wieder auf seinen Ohren saß.
Die nach unten gerichteten Schallwellen schlugen auf dem gekachelten Treppenhausboden auf wie ein Tennisball und kamen mit Foffo wieder hoch, flogen an Schierkalla vorbei, ein halbes Stockwerk höher, um dort durch die Wohnungstür zu dringen und einen Mann aus dem Schlaf zu reißen, der in traumschwerem Morgenschlummer lag.
– Fackel die Wand nich’ ab, Willi!
Es ist unmöglich zu schildern, wie diese Worte und in welcher Maske sie durch seine Schlafhaut gedrungen waren, als letzte abschließende Rede einer Situation, auf die er zugeträumt hatte.
Und jetzt Alex, der Arsch mit Ohren.
Der Mann versuchte, sich an die Eintragungen in seinem Personalausweis zu erinnern. Dann wußte er wieder, wo er war.
Die Bude war eiskalt. Und die wollten Bier.“
Vrijdagavondkoorts
Een koude maartse regen midden in de zomer, het is alweer eind juni. 5 uur ’s middags, vrijdagavond. De drukte van de stad neemt af, het geraas zal weldra voorbij zijn. Het weekend staat voor de deur. Vanavond gaan we er flink tegenaan! Absoluut! We gaan naar onze stamkroeg – en dan gaan we helemaal uit de bol! Je moet jezelf af en toe verwennen. – En ernaast: Kom op, laten we naar de “Roxy” gaan. Ik vind de “Camera” leuker. Maakt mij niets uit? Mij wel. Oké, “Camera”. En als er niets te beleven is? Dan doen we wel iets anders. Niet weer!
Ik wil gaan joggen! Je moet wachten tot morgen. Nee, nu! Kijk eens naar buiten. Een koude maartse regen valt. Ik vind alles saai, behalve joggen. Kom op, laten we seks hebben. Nee, niet nu!
Vertaald door Frans Roumen

De Duitse schrijfster Daniela Dröscher werd geboren op 4 juni 1977 in München. Zie ook alle tags voor Daniela Dröscher op dit blog.
Uit: Sprechen
„Wer spricht, kann loben, lügen, plaudern, drohen, flehen, fluchen, bitten, beten, betteln, zetern, zürnen, danken, plänkeln, streiten, schmeicheln, lästern, widersprechen, warnen, kritisieren. Grüßen und granteln.
Wer schreibt, hat nicht selten ein Problem mit gesprochener Sprache, behaupte ich. Ein geschriebenes Wort, das gedruckt wird, kann und muss ich sorgsam wählen, gegebenenfalls löschen, ersetzen. Ein gesprochenes Wort, einmal geäußert, wirkt unmittelbarer. Eine Stimme trifft auf einen Körper. Einmal gesagt, ist es in der Welt. Man kann es nicht zurücknehmen.
Es war meine Mutter, die mir eine große Vorsicht, nein, Umsicht mit Worten vorgelebt hat, in ihrem Versuch, sich stets so genau wie möglich auszudrücken. Als Zugezogene und Kind schlesiendeutscher Eltern glaubte sie, sich keinen Fehler erlauben zu dürfen. Nicht zuletzt ihrem Bewusstsein für Sprache verdanke ich wohl meine Liebe zum geschriebenen Wort — aber eben auch mein Drama mit dem Sprechen.
Auf den ersten Blick scheint nichts natürlicher. Das Sprechen gehört zum Menschen wie das Atmen. Für mich barg es recht früh Fallstricke, Fragezeichen. Ich staunte — und staune noch heute —, wie mühelos und leichtfertig viele Menschen Worte im Munde führen. Wie unbekümmert sie davon ausgehen, andere zu verstehen und selbst verstanden zu werden. Schon als Kind empfand ich Sprache als etwas Faszinierendes, aber auch als etwas Zerbrechliches und, ja, Gefährliches, mit dem man Schaden anrichten, sich einem Urteil ausliefern konnte. Jedenfalls nicht als ein schlichtes Mittel der Verständigung. Auch deshalb habe ich wohl gleich mehrere Male in meinem Leben fast vollständig aufgehört zu sprechen.
Das Verstehen und Verstandenwerden ist in der Tat keineswegs selbstverständlich. Es stellt im Gegenteil sogar die Ausnahme dar, nicht die Regel. Erstmals begegnete ich dieser Überlegung als Zwanzigjährige, in einem Seminar zur Sprachphilosophie.“

Zie voor nog meer schrijvers van de 4e juni ook mijn blog van 4 juni 2020 en eveneens mijn blog van 4 juni 2019 en ook mijn blog van 4 juni 2018 en ook mijn blog van 4 juni 2017 deel 2.





















